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MARCEL KHALIFE UND EINE VERGNÜGTE NACHT IN WIEN

Gewiss wird der Zorn des palästinensischen Volkes emporsteigen und wieder zu Boden kommen, sowie eine Taube wegfliegt und doch wieder an Land setzt.

Wien, Buthaina Abdelrahman

Als die Sängerin Asmahan seinerzeit ihr populäres Lied „Layli al uns fi viena“ (dt. eine vergnügte Nacht in Wien) anstimmte, hätte sie wohl kaum jene Nacht gemeint, die wir bei dem Konzert Marcel Khalifes in Wien erlebten. Diese Nacht war vielmehr als bloßes Vergnügen. Es war eine österreichische, arabische, afrikanische Nacht zugunsten Palästinas, eine Nacht geprägt von internationalem Charakter.

Durch die Unterstützung der österreichischen Regierung, sowie des OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung (OFID) und in Zusammenarbeit mit UNRWA, wurde jenes Benefizkonzert, mitsamt seiner kulturellen, politischen und internationalen Facetten, im Wiener Rathaus ermöglicht.

Im Zentrum stand hierbei ein Projekt zur Begabtenförderung und Unterstützung junger, palästinensischer Flüchtlinge. Allerdings galt es auch dem sechzigjährigen Bestehen der UNRWA zu Gedenken.

Anwesend waren u.a. der palästinensischen Premierminister Salam Fayad und UNRWA-General-Kommiarin Karin AbuZayd, wie auch Suleiman Jasir Al-Herbish, Generaldirektor des OFID.

Der Bürgermeister der Stadt Wien, Michael Häupl, blieb den Feierlichkeiten leider fern, allerdings zählten zahlreiche andere Politiker und Diplomaten zu den Gästen. So auch der Wiener Gemeinderat Omar Alrawi, ein bekennender Muslim mit arabischen Wurzeln.

Im Publikum fand man Menschen verschiedenster Herkunft vor, die alle 50 Euro bezahlt hatten, um palästinensische Kinder und jugendliche zu unterstützen und zusätzlich dem Künstler Marcel Khalife zu lauschen, der seinerseits die schönsten der brillanten Verse Mahmud Darwischs anstimmte.

Karin AbuZayd, eine Amerikanerin, die mit dem sudanesischen Arzt und ehemaligen Rektor der Universität Juba, Abdelrahman AbuZayd, verheiratet war, ließ es sich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass das langjährige Bestehen der UNRWA nicht bloß als freudige Gegebenheit wahrzunehmen ist, da es nicht von der tragischen Geschichte des palästinensischen Volkes zu trennen ist, welches sich seit 60 Jahren einem Widerstand verschreiben musste und seit etwa 40 Jahren unter Besatzung oder in Flüchtlingslagern verharrt. Weiters betonte sie, dass die Palästinenser selbst die UNRWA nicht feiern, sondern vielmehr dem Gedenken ihrer Vergangenheit verpflichtet sind, ebenso wie die Stärke und Geduld, welche das palästinensische Volk veranlasst, weiterzuleben. Wichtig war es ihr auch, ihre Freude über die Solidarität so vieler Menschen auszudrücken, insbesondere auch über die Veränderung seitens Washingtons.

Während der Feier wurde auch eine Videobotschaft des UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon aus New York eingespielt. In seiner Ansprache zollte er Respekt für die kontinuierliche Arbeit der UNRWA und forderte die Zusammenarbeit aller Nationen, um eine gerechte und umfassende Lösung des Nahostkonfliktes zu finden.

Der Künstler Marcel Khalife, der bereits zum UNESCO- Botschafter ernannt wurde, brillierte mit seinem Gesang und seiner Musik. Gewiss wird der Zorn des palästinensischen Volkes emporsteigen und wieder zu Boden kommen, sowie eine Taube wegfliegt und doch wieder an Land setzt. Khalife weist auf die Schönheit der Liebe in allen Sprachen und zwischen allen Völkern hin. Dabei illustrieren die Wärter von Mahmud Darwisch die Wunden des palästinensischen Volkes.

Kurz nachdem Marcel Khalife die Worte Mahmud Darwischs anstimmte, übernahm das Publikum den Gesang, als handelte es sich um Karaoke, jedoch mit dem Unterschied, dass die Liedtexte auf keiner Leinwand eingeblendet wurden, da die Menschen sie bereits kannten.

Sobald die Musik verstummte, kehrte auch im Publikum eine Stille ein, als handle es sich um eine Schweigeminute. Doch sobald die Musik wieder einsetzte, begann auch das Publikum erneut zu singen und zu tanzen, jedoch mit Tränen in den Augen (wegen der palästinensischen Tragödie).

Marcel Khalife forderte die Menschen auf die Pässe zu zerreißen. Mit starker und zugleich sanfter Stimme sagte er, alle Herzen der Menschen sollen die Pässe ersetzen.

Ein anderes Lied widmete er den palästinensischen Gefangenen, wie auch allen anderen politischen Häftlingen in aller Welt.

Die Zuschauer dankten der Wiener Stadtregierung, die ihre Tore für ein Fest zugunsten der palästinensischen Sache öffnete und damit auch einen Beitrag leistete, dass die Palästinenser nicht in Vergessenheit geraten, ihre Hoffnung nicht verlieren und die Kontinuität des Widerstands beizubehalten, um den Traum zu verwirklichen.

Der Generaldirektor des OFID, Suleiman Al-Herbish, dankte dem palästinensischen Volk für ihr Durchhaltevermögen. Er teilte den Anwesenden mit, dass seitens des OFID 1Mio. Dollar in einen eigenen Fond für die UNRWA gespendet wurde, welches vor allem Projekten zur Begabtenförderung palästinensischer Jugendlicher zugute kommen soll. Er bat um weitere Initiativen zur Unterstützung der Palästinenser, damit Palästina eines Tages zu seiner Familie zurückkehrt. Schließlich ist Wissen das größte Kapital.

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Spectacular show of music and poetry in Vienna to mark 60th anniversary of UN Palestine Refugee Agency

A spectacular show of music and poetry with the legendary Lebanese musician Marcel Khalife and the Al-Mayadine Ensemble was enjoyed by hundreds of people and many UN staff in Vienna as part of an ongoing series of events around the world to mark the 60th anniversary of the United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees (UNRWA) this week.

The ‘Concert for Peace and Humanity’ organized by the Society for Austro-Arab Relations and sponsored by the Austrian Government and the OPEC Fund for International Development (OFID) had many of the audience joining in with the performers to some well-known Marcel Khalife songs.

The spectacle was held under the patronage of the Austrian Federal President Heinz Fischer and the UN Secretary-General Ban Ki-moon who addressed the audience through a video message in which he spoke about the plight of the Palestine Refugees and the role of UNRWA to support them: “When UNRWA was established in 1949, no one anticipated that its humanitarian and human development work would be needed for this long. But, until there is a final settlement of the conflict, I am confident that UNRWA will continue to be a source of strength and support for millions of Palestinian refugees.” Mr. Ban also paid tribute to the musician, Marcel Khalife for using his musical gifts to cross the boundaries of faith, race and social class. “They remind us of our shared humanity as well as our shared responsibility to build a better world,” the UN Secretary-General said.

The memorable evening held in Vienna’s famous City Hall was also attended by the Prime Minister and Foreign Minister of the Palestinian Authority and the Commissioner –General of UNRWA, Karen Koning AbuZayd. At the concert UNRWA and OFID announced the establishment of a new Scholarship Fund for Talented Palestinians which will provide higher education opportunities to Palestinian students from the West Bank, Gaza Strip and refugee camps in neighbouring countries. Cooperation between UNRWA and OFID extends over several years and at a ceremony the following day (1 July 2009) the OFID pledged an additional 3 million dollars to the OFID Micro Enterprises for Palestine Fund (PALFUND) as well as one million dollars to the Scholarship Fund.

The events in Vienna are part of a series worldwide to commemorate the sixtieth anniversary of the establishment of UNRWA, following the 1948 Middle East war. The anniversary is an occasion for sober reflection on why an agency which was created by the international community to be ‘temporary’ is now marking its sixtieth anniversary. Over the last 60 years UNRWA has fed, housed and clothed tens of thousands of refugees and at the same time educated and offered health care to hundreds of thousands of young refugees. Today UNRWA is the main provider of basis services – education, health, relief and social services to over 4.6 million registered Palestine refugees in the Middle East.

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